Bahn frei für das multimediale Klassenzimmer
Wie bringt ein Musiklehrer ein ganzes Orchester in den Klassenraum, um den Schülerinnen ein anschauliches Beispiel klassischer Musik zu präsentieren? Die Lösung lautet: Musikvideos aus dem Internet. In der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula Monschau gehört es zum „guten Ton“, den Unterricht möglichst lebhaft zu gestalten. Doch nicht nur Lehrerinnen und Lehrer nutzen das Internet. Im Selbstlernzentrum der Schule können die Mädchen der fünften bis zehnten Klassen an Desktop-Computern selbstständig im World Wide Web recherchieren und lernen. Die passende IT-Infrastruktur ist hierfür natürlich ein Muss. Diese wurde im Jahr 2011 installiert – ein erster Schritt in eine multimediale Zukunft.
Für den Leiter der Schule, Franz-Peter Müsch, stand im Vorfeld des Projektes besonders ein Wunsch im Fokus: „Die Schülerinnen sollten im Selbstlernzentrum eigenständig im Internet arbeiten können. Dafür benötigen wir natürlich eine stabile und sichere Internet-Anbindung.“ Außerdem sollte für die Zukunft ein einfacher und stufenweiser Ausbau möglich sein. In einem ersten Schritt sollte zunächst der Altbau, in dem sich das Selbstlernzentrum befindet, ausgeleuchtet werden. Besondere Aufmerksamkeit galt der Absicherung des WLANs – sowohl von außen als auch von innen.
Mehr Flexibilität und Stabilität für die Schule
In den Sommerferien 2011 war es dann so weit: Das betreuende Unternehmen ZP | Systemhaus startet mit der Installation an der Mädchenrealschule. Erstes Ziel: das vorhandene System, welches aus einer Vielzahl an Geräten unterschiedlicher Hersteller besteht, erneuern. In der Vergangenheit kam es aufgrund der fehlenden Kompatibilität der Geräte untereinander immer wieder zu Unterbrechungen und Störungen, so dass die Stabilität des WLANs stark eingeschränkt war. Um für die Zukunft eine hohe Vereinbarkeit der Geräte zu gewährleisten, wird die gesamte Hardware-Ausstattung vom Würselener Netzwerkhersteller LANCOM bezogen. Dies garantiert zum einen den stabilen Betrieb des Netzwerks, zum anderen kann die Schule flexibel entscheiden, wann und wie die Infrastruktur erweitert werden soll. Ein weiterer Vorteil: Durch das kostenlose Update der Betriebssysteme der Geräte bleiben diese stets auf dem neuesten Stand.
Die Techniker begannen damit, den Altbautrakt auszuleuchten. „Die gesamte Fläche – bestehend aus Paterre und drei weiteren Etagen – umfasst circa 4.000 m². Diese konnten wir spielend mit zwei WLAN Access Points ausleuchten. Die Reichweite der Geräte ist so stark, dass man sogar außerhalb des Gebäudes noch über Netz verfügt“, berichtet Andre Pogorzelski, Geschäftsführer von ZP | Systemhaus. So konnte auch das Selbstlernzentrum mit WLAN ausgestattet werden. Hier wurde bewusst auf eine Anbindung via LAN – und die damit einhergehende Verkabelung – verzichtet, um eine möglichst simple Anbindung der Desktop PCs an das Internet zu gewährleisten.
Der Internetzugang wird über ein VPN Gateway bereitgestellt. Um die verwendeten Access Points über eine zentrale Stelle zu konfigurieren und zu managen, wird ein WLAN Controller verwendet. Dieser stellt das Lehrer- und Schüler-WLAN auf Basis der Konfigurationen des Gateways dar. Der IP-Bereich des Gateways wird hierbei in den WLAN Controller übernommen und zwei logisch getrennte WLANs aufgebaut. Somit liegen die Netze zwar im gleichen IP-Bereich, sind aber voneinander separiert.
Das WLAN akzeptiert die Standards a, g und n nach IEEE 802.11 Norm. Die beiden Netze teilen sich einen Internetanschluss, der über eine Bruttoleistung von maximal 16 MBit/s verfügt. Etwa 50 Clients sind an das Internet angebunden, zu Stoßzeiten werden etwa 30 Geräte durchgehend genutzt. Bei einer späteren Erweiterung des Netzes können neue Geräte bequem von zentraler Stelle konfiguriert und in das bestehende Netzwerk integriert werden.
Content Filter für zusätzliche Sicherheit
Einen besonderen Stellenwert in der neuen IT-Infrastruktur der Schule nimmt die Sicherheit der Schülerinnen und des Netzwerks ein. Damit das WLAN vor Zugriffen von außen geschützt ist, wird eine WPA2-Verschlüsselung eingesetzt. Beide Netze verfügen über unterschiedliche SSIDs und Schlüssel.
Weiteren Schutz bieten Firewall und Content Filter. Diese sichern das Netzwerk nicht nur vor externen Angriffen ab, sondern auch vor möglichem Missbrauch durch den User.
Der Content Filter übernimmt eine besondere Rolle im Sicherheitskonzept der Schule. Webseiten mit jugendgefährdenden, rechtswidrigen oder unerwünschten Inhalten blockiert die Software automatisch. Schulleiter Müsch erklärt: „Uns liegt vor allem der Schutz der jüngeren Mädchen am Herzen. Die Content Filter Lösung unterstützt uns dabei, zu gewährleisten, dass die Schülerinnen störungsfrei und selbstständig im Internet arbeiten können.“ In einem Vorabgespräch zwischen der Schulleitung und dem Systemhaus wurden die entsprechenden Seiten, die blockiert werden sollten, festgelegt. Im Benutzerprofil des Content Filters lassen sich ganze Webseiten-Kategorien, wie zum Beispiel Shopping- oder Social Media-Seiten, blockieren. In den Black- bzw. Whitelists können individuell ausgewählte Seiten gesperrt oder freigeschaltet werden. Tauchen Webseiten auf, die für den Unterricht genutzt werden müssen, können diese einfach in die Whitelist eingetragen und ab diesen Zeitpunkt verwendet werden. Sowohl das Schüler- als auch das Lehrernetz werden vom Content Filter geschützt. Die Einstellungen der Sicherheits-Software sind für beide WLANs gleich. Hier handelt die Schule nach dem Prinzip „Gleiches Recht für alle“. Der WLAN Controller ist dabei so ausgerichtet, dass bei Bedarf beide drahtlos Netze mit unterschiedlichen Profilen für den Content Filter ausgestattet werden können. Die Lehranstalt bleibt so stets flexibel.
Schrittweise WLAN- und Multimediaintegration
Die Mädchenrealschule Monschau ist mit der neuen WLAN-Installation auf die Zukunft vorbereitet. Neben dem vorhandenen Selbstlernzentrum sollen weitere Klassenräume mit multimedialen Elementen ausgestattet werden. „Sogenannte Activeboards, interaktive Bildschirme, die alle Stärken eines Whiteboards, Computers und Projektors ineinander vereinen, liegen mittlerweile in einem erschwinglichem Segment“, erklärt Andre Pogorzelski. Basis einer solchen multimedialen Erweiterung ist ein funktionierender und stabiler WLAN-Zugang.
Für 2012 plant die Schule, den angrenzenden Altbau auszuleuchten. Davon wird dann insbesondere der Schulkiosk profitieren. Dort sollen die Mädchen in Zukunft mittels Guthabenkarte bezahlen können. „Dies wäre dann ein weiterer Schritt in unserem gemeinsamen Konzept der WLAN- und Multimediaintegration“, berichtet Pogorzelski.
Aktuell nutzen die Schülerinnen und Lehrer das WLAN, um im Internet zu recherchieren oder den Unterricht anschaulicher zu gestalten, zum Beispiel wird im Musikunterricht verstärkt das Internet-Videoportal YouTube genutzt.
„Wir verfügen nun über ein sicheres und flexibles WLAN, das jederzeit erweitert und unseren Bedürfnissen angepasst werden kann“, fasst Müsch zusammen. Der Weg zum multimedialen Klassenzimmer ist frei.